Episode Transcript
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(00:10):
-In Wien engagieren sichunzählige Menschen
in ihrer Freizeit für andere,ob in Einsatzorganisationen,
Vereinen oderder Nachbarschaftshilfe.
Sie schenken ihre Zeit,ihr Know-how und ihr Herz,
um dort zu helfen,wo Unterstützung gebraucht wird.
In dieser Folge sprechenwir über ehrenamtliches
Engagement, darüber,wie man die richtige
Organisation findet undwelche erfüllenden Momente
(00:31):
die freiwillige Arbeitmit sich bringt. Durch das
Gespräch führt Bernhard Ichner.
-Herzlich Willkommen beimPodcast der Stadt Wien.
Wir sprechen heuteüber das Thema Ehrenamt,
freiwillige Arbeitfür Wien und haben hier
eingeladen den DominikZeidler von den Helfern Wiens,
dann ist heute zu unsgekommen die Uschi Spindler,
(00:53):
die sich für den Blinden-und Sehbehindertenverband
freiwillig engagiert unddann haben wir den
Peter Gierer vonden Maltesern bei uns.
Herzlich Willkommen.
Herr Zeidler ichmöchte mit Ihnen beginnen.
Es gibt ja wahnsinnig vieleEinsatzorganisationen in Wien,
es gibt sehr vielesoziale Vereine in Wien,
(01:15):
die sich engagieren,das haben wir gesehen jetzt
am letzten Wochenendebeim Sicherheitsfest,
das war ja wirklich eine ganzeine tolle Leistungsschau
da am Rathausplatz,wo man gesehen hat,
was es da alles gibt und beijeder von diesen Organisationen
arbeiten absolute Vollprofis.
Also für den Laien erklärt,wozu braucht man dann eigentlich
nur ehrenamtliche Arbeit?
(01:36):
-Ehrenamtliche Arbeit istvielseitig und es gibt
zahlreiche Organisationen,die Ehrenamtliche suchen,
beim Wiener Sicherheitsfestzeigen wir, dass es Profis
gibt im beruflichen Bereich,aber natürlich auch
im ehrenamtlichenBereich und dass diese Profis
natürlich zusammenarbeiten,vor allem sieht man das bei
den Einsatzorganisationen,aber nicht nur
Einsatzorganisationen suchenfreiwillige Ehrenamtliche,
(01:58):
sondern sicherlichauch viele Vereine,
die vielleicht auchunbekannt sind oder nicht
so bekannt sind,wie große Organisationen.
Es gibt viele kleineOrganisationen,
die sich engagieren,die Freiwillige suchen,
um eben soziale Arbeitzu leisten und das möchten
(02:21):
wir unterstützen mit derPlattform Freiwillig für Wien.
-Aber können Sie es einbisschen konkretisieren,
also welche Leistungenerbringen dann Freiwillige
für diese Organisationen?
Bleiben wir zum Beispieljetzt, weiß ich nicht,
für die Malteser,wir kommen dann
natürlich noch im Detaildarauf zu sprechen. Aber was?
Welche Arbeiten leistenFreiwillige, die die Profis
nicht erbringen können,weil sie zu wenig sind,
weil ihnen die Zeit fehlt,ich weiß es nicht, können Sie
(02:42):
es ein bisschen konkretisieren?
-Also ein Freiwilligerunterstützt die jeweilige
Organisation in denunterschiedlichsten Bereichen.
Bei einerRettungsorganisation wie bei
den Maltesern unterstütztman zum Beispiel im
Rettungsdienst,das ist bei anderen
Organisationen auch so,aber es gibt auch viele,
(03:05):
die im Hintergrund arbeiten,die in der Verwaltung
unterstützen, die in derÖffentlichkeitsarbeit
unterstützen und wichtigist einfach, dass man hier
Organisationendurch freiwilliges,
ehrenamtliches Engagementunterstützt und
warum tut man das?
Weil man vielleicht derGesellschaft etwas
zurückgeben möchte,weil man auch das Gefühl
hat gebraucht zu werden undes ist somit eine
(03:27):
Win-win Situation.
Die Organisation gibtdie Möglichkeit,
dass man sich ehrenamtlichfreiwillig engagiert und
die Person, diesich die ihre Freizeit,
ihr Know-how zurVerfügung stellen,
haben dann einfachdie Freude natürlich daran,
hier mitwirken zu können.
-Das wollte ichgerade ansprechen,
also es wird hier nicht nur,nicht nur unter
(03:48):
Anführungszeichenalleine Arbeitszeit gebraucht,
sondern da wird natürlichauch werden auch Kompetenzen,
wird auch Know-how aus derZivilgesellschaft abgerufen.
-Deswegen ist uns ganz,ganz wichtig auch zu sagen,
die Profis sindjetzt nicht nur die,
die das hauptberuflich machen.
Die Profis sindnatürlich auch die,
die das ehrenamtlich machen,weil so wie wir jetzt schon
(04:10):
besprochen haben, vielebringen ihr Know-how ein,
das sie vielleicht beruflichgelernt haben und stellen
das eben auch in ihrerFreizeit ehrenamtlich
zur Verfügung.
-Kann man das ein bisschenquantifizieren,
wie viele Freiwillige in Wienso aktiv sind?
Und auch die Frage,gibt es da sozusagen
so quasi Trends,was besonders beliebt ist?
(04:30):
-Also es gibtunterschiedliche Statistiken
und Berichte dazu.
Dazu grundsätzlich,und das hat mich
auch persönlich überrascht,kann man sagen,
dass 50 Prozent derWiener*innen ab 15 Jahren
sich freiwillig ehrenamtlichengagieren. Wobei man hier
sagen muss, man unterscheidetzwischen formeller
Freiwilligenarbeit undinformeller
Freiwilligenarbeit. Das heißt,formell bedeutet,
(04:52):
dass man in einer Organisationfreiwillig tätig ist,
dass man im Rahmen einerOrganisation sich
ehrenamtlich engagiert.
Und die informelle istschlichtweg die
Nachbarschaftshilfe. Ja, unddie wird oft unterschätzt,
aber die findettatsächlich statt.
-Für den sozialenZusammenhalt irrsinnig
wichtig natürlich.
-Absolut. Und das dürfteaufgrund dieser Befragung,
(05:17):
der damaligen Befragung,ganz klar herausgekommen sein,
dass das in Wienmehr die informelle ist,
also mehr dieNachbarschaftshilfe als die
formelle, wie vielleichtin den Bundesländern
oder im ländlichen Gebiet.
-Jetzt ist es so,jetzt gibt es die
Helfer Wiens und diebringen über die
Ehrenamtsplattformfreiwillig für Wien.
Interessierte Freiwillige mitden jeweiligen suchenden
(05:37):
Organisationen zusammen.
Dazu zwei Fragen.
Erklären Sie uns bitte ganzkurz, was sind denn die
Helfer Wiens überhaupt?
Und zweitens, wiefunktioniert diese
Ehrenamtsplattformfreiwillig für Wien?
-Also wir, die Helfer Wiens,sind eigentlich der
Wiener Zivilschutzverband.
Wir wurden 1998 umbenannt aufdie Helfer Wiens.
Warum wurde das gemacht?
Weil man in Wien sehrfrüh schon begonnen hat,
(06:01):
Zivilschutzarbeit,Präventionsarbeit nicht
alleine zu machen.
Sondern in Zusammenarbeit mitden Wiener Hilfs- und
Einsatzorganisationen undzahlreichen Abteilungen
der Stadt Wien.
Deswegen dieser Überbegriff,die Helfer Wiens.
Und unsere Aufgabe ist es,die Wiener Bevölkerung auf
Notsituationen,Krisensituationen entsprechend
vorzubereiten. Eben unterdem Motto, vorbereitet sein,
(06:22):
helfen können, auf Notfälleund Krisen entsprechend
vorbereitet zu sein.
Und seit dem Jahr 2011 habenwir das Thema Freiwilligkeit,
Ehrenamtlichkeit dazu bekommen.
Das war übrigens dasEuropäische Jahr
der Freiwilligkeit.
Und hier hatten wir unsgemeinsam mit der Stadt Wien
überlegt, was brauchtes in Wien, um Freiwilligkeit,
(06:44):
Ehrenamtlichkeitsichtbarer zu machen? Und wie
kann manOrganisationen unterstützen,
dass sie freiwilligeEhrenamtliche finden?
Und so ist die PlattformFreiwillig für Wien entstanden.
-Und wie funktioniertdie im Großen und Ganzen?
Können Sie es nurso ein bisschen für die Leute,
die zuhören, verdeutlichen,was ist das? Schreibe ich
(07:05):
da einen Brief hin?
Geht das online?
Also wie funktioniert das?
-Also es ist eineOnline-Plattform, die findet
man auf unserer Webseite,diehelferwiens.wien.gv.at.
Unter ehrenamtlich mithelfenkann man dann hier auf diese
Plattform gehen,kann seine Wünsche
mal eingeben oderdie Parameter eingeben.
(07:25):
In welchem Gebiet möchteich ehrenamtlich tätig sein?
Wie viel Zeit möchteich zur Verfügung stellen?
An welchem Taghabe ich überhaupt Zeit?
Und dann gibt man dieseSucheingabe ein und das System
lotet das dann aus undman hat dann entsprechend
viele Jobangebote vonunterschiedlichen
Organisationen.
-Das heißt natürlich auch,dass eine ist die
(07:47):
Freiwilligen oder potenziellFreiwilligen geben ein,
was sie beitragen könnten unddie Organisationen sagen,
hallo, wir bräuchten jemandenund die bringt man
dann zusammen.
Kann man das einbisschen in Zahlen gießen,
wie viele Anfragen da überdiese Webseite durchschnittlich
im Monat verzeichnet werden?
-Also im Monat habenwir im Schnitt
(08:08):
400 bis 500 Anfragen.
Das heißt tatsächlich jetztnicht nur, dass
die Plattform verwendet wird,sondern tatsächlich, dass
über das Bewerbungsformulareine Bewerbung an die
Organisationen gerichtet wird.
-Das wollte ichgerade ansprechen.
Es ist ja diese PlattformFreiwillig für Wien ist
ja einem Relaunchunterzogen gewesen.
(08:29):
Kann man das nur jetztin kurzen Worten umreißen?
Was ist neu?
Was ist da verbessert worden?
-Der Relaunch vonFreiwillig für Wien war
einerseits notwendig.
Jeder, der in der IT-Branchetätig ist, weiß, dass das
Produkt ist 2011 entstanden.
Jetzt quasi 14 Jahre spätermusste man einfach technisch
einiges erneuern. Das heißt,wir haben einerseits die
(08:51):
technischeSicherheit verbessert.
Wir haben dieBarrierefreiheit verbessert.
Wir haben dem Ganzen einbisschen ein frischeres
Aussehen im Corporate Designder Stadt Wien umgesetzt.
Und was uns auch wichtig war,dass es neue
Interessensgebiete gibt,also mehr Möglichkeiten,
auch eine verbesserndeSuche dadurch. Und was uns
(09:11):
ganz, ganz wichtig war,dass wir das Thema Social Days
einbauen, einarbeiten, somitauch hier die Möglichkeit,
es gibt das Betriebe,die jetzt vielleicht ihr Team
für einen Tag zurVerfügung stellen möchten,
hier auch Jobs, ehrenamtliche,freiwillige Jobs finden.
-Dann würde ich gleichmal überleiten. Frau Spindler,
(09:32):
Sie engagieren sich eben fürden Blinden- und
Sehbehindertenverband.
Wieso machen Siedas überhaupt? Und wie
sind Sie da dazu gekommen?
-Ja, ich habe michentschlossen, nachdem ich
von meinem Bürojob,der sehr anspruchsvoll war,
der mich sehr ausgelastethat und dann jetzt eine
Dienstfreistellungerhalten habe,
mich irgendwie sozialzu engagieren und habe halt
überlegt, was könnte ichmachen und habe mich mit
(09:54):
Freundinnen unterhalten.
Und eine sehr gute Freundinhat zu mir gesagt,
geh doch im Oktober auf dieFreiwilligenmesse
ins Rathaus. Da sind alleOrganisationen, da findest
du sicher irgendwas,was dir Spaß macht.
-Wie lange ist das her?
-Das war letztes Jahrim Oktober, also 2024.
Und ich muss ehrlich sagen,ich war eigentlich
sehr überwältigt,wie viele Organisationen
es eigentlich gibt,die sich dort präsentieren.
(10:17):
-Und wieso ist es dannder Blinden- und
Sehbehindertenverbandgeworden? -Ja, also ich bin
bei einigen Stationen stehengeblieben und habe mich
entinformiert und hattedann ein Erstgespräch mit der
Dame vom Blinden-und Sehbehindertenverband.
Und nachdem mein Mann.
Auch schwer sehbehindert ist,habe ich mir gedacht, das ist
genau das Richtige für mich.
Da kenne ich mich einbisschen aus und da kann
(10:39):
ich bestimmt gut helfen.
-Das heißt, Sie bringenda schon ein gewisses
Gespür mit und auchein bisschen ein Vorwissen.
-Ja, für Probleme,die es halt einfach in der
Stadt gibt, wennman unterwegs ist,
wenn man schlechtsieht oder sogar blind ist, ja.
-Herr Gierer,dieselbe Frage an Sie.
Was machen Sie beruflich?
Was hat Sie dazu ermächtigtoder was hat Ihnen
die Möglichkeit gegeben,sich so zu engagieren und
(11:00):
warum sind Sie ausgerechnetin Malteser geworden?
-Bei mir war es derklassische Weg über den
Freundeskreiswährend des Studiums.
Die sind halt engagiertworden, angesprochen worden
auf derUni als Medizinstudenten.
Und auf einmal waren meineFreunde am Wochenende nicht
mehr verfügbar,weil sie sich für den Malteser
engagiert haben.
Und dann bin ich halt dannauch dazu gekommen.
Das war jetzt baldvor 30 Jahren. Und seitdem
(11:21):
eigentlich immer bis auf einekurze Zeit immer aktiv gewesen.
Und ja, es machthalt irrsinnig viel Spaß.
Und beruflich gehtes sich deswegen auch aus,
ich bin ja auch in einerBank im Risikomanagement.
Und da geht es sich halt aus.
Und die Dienste sind haltso für uns gelegt,
dass wir meistensam Abend oder am Wochenende
(11:42):
was machen können.
Und das geht sich mit denBürozeiten ganz gut aus.
-Unterstützen die Firmen das,wenn man sich
freiwillig engagiert?
Kann man da auf Verständnishoffen von Seiten
der Arbeitgeber?
-Es überschneidet sichzum Glück nicht.
Also in nur ganz,ganz wenigen Fällen,
wo man dann sagt, okay,man kommt ein bisschen spät
in die Arbeit oder man mussein bisschen früher weg.
(12:05):
Unsere Nachtdienste,wenn wir Krankenstransport
oder Rettung fahren,beginnen um 18 Uhr.
Und das geht sich schon aus,dass man da rechtzeitig
vom Büro wegkommt.
Und sie dauern nicht so lange,dass man dann übernachtig
ins Büro kommt.
-Wollte ich gerade fragen,wie viel Zeit wenden Sie dann
auf für Ihr Ehrenamtsengagement?
-Also bei mir istes momentan recht viel.
Es sind circa 500 Stundenim Jahr, 600 Stunden.
(12:26):
Bei manchen, nachdem dieMalteser ganz ehrenamtlich
sind und wir uns dasganz gut einteilen können,
ist die Bandbreite von 30,40 Stunden im Jahr bis hin zu,
wir haben sehr aktiveStudenten und der Hauptteil
unserer Mitgliedersind Studenten.
Die haben halt dann doch einbisschen mehr Zeit
neben dem Studiumoder zwischen den Vorlesungen.
Und da kommen dann auch 800,900 Dienststunden
(12:48):
zusammen im Jahr.
-Das ist beachtlich.
Frau Spindler,wie viel Zeit wenden Sie
denn auf für Ihr Engagement?
-Also ich besuchemeine Klientin circa
alle zwei Wochen. Und bindann so gegen 10 Uhr bei ihr.
Und ja, das dauert so fünf,sechs, sieben Stunden,
je nachdem, waswir halt vorhaben.
-Da könnten Sie uns gleichein bisschen im Detail
erzählen, was Sieim Zuge Ihres Engagements
(13:10):
konkret machen.
-Nachdem die Dame, die ichbetreue fast blind ist.
Also sie sieht einbisschen hell und dunkel,
aber das wares dann auch schon. Das heißt,
wenn ich komme,hat sie immer ein Mapperl
gesammelt mit ihrerganzen Post, die wir halt dann
durchgehen, die ichihr dann vorlese.
Irgendwas dann vielleicht,irgendein Schriftstück
(13:31):
irgendwo andershinschicken muss,
weiterleiten muss.
Wir waren gemeinsam auchschon bei Arztbesuchen,
wo wir dann auch teilweiseRechnungen zum Beispiel
bei der ÖGK einreichen müssen.
Das ist für Blindeein Riesenthema.
Die Dame hat natürlichkein Smartphone. Das heißt,
die ganze Technologie,ID Austria und so,
ist für sie einfacheine Unmöglichkeit. Das heißt,
(13:54):
wir müssen alles überPost abwickeln. Ja, und
dann gehen wir halt,wenn das Wetter passt,
so wie heute, wo es strahlendblau ist, wunderschön,
gehen wir spazieren.
Wir gehen shoppen,nehme ich Shoppen mit.
Wir gehen irgendein schönesKleidungsstück kaufen
oder wir gehen irgendwie einschönes, ein neues
Cremchen kaufen,das sie sich selber
aussuchen kann.
(14:14):
Weil das ist genau das,ihre Helfer, die sie hat,
Heimhilfe und so,die gehen ihr natürlich ihre
Lebensmittel besorgen.
Aber dieses selbst was tun unddas rauskommen einfach
auf die Straße istfür sie einfach. Ich glaube,
ein sehr schönes Gefühl, ja.
-Herr Gieler, undwas machen Sie?
Was ist Ihr Aufgabenbereichbei den Maltesern?
(14:35):
-Also, ich versuche michmöglichst breit einzubringen,
weil mir doch die Maltesersind aufgestellt in den
ganzen Krankentransportund Rettungsdienst.
Da haben wir dieMalteser ermöglicht,
den Notfallsanitärkurszu machen, bis zur
Kommandantstufe NKV,also Veneser Zugang.
Aber wir haben auch einensehr großen Sozialbereich.
Das heißt, da machen wirauch eine Betreutenkartei mit
(14:55):
Personen, die jetzt auchim Alltag gehandicapt sind.
Das heißt, dass sieschon eher älter sind oder
im Rollstuhl sitzen. Und mitdenen versuchen wir auch,
Ausflüge zu machen,sie rauszubringen.
Und da haben die Malteserhalt das Glück, auch dadurch,
dass es eben nicht in einem.
Also, wir könnenviele Sachen einfach machen
und aus Lust und Laune.
(15:17):
Und sei es in den Zoo gehenoder auch spazieren gehen oder
irgendwelche Ausflüge machen,auf Ausstellungen schauen,
versuchen wir möglichst einegute Bandbreite abzubieten.
Oder auch in einem Konzert,wo die Betreuten sonst nicht
hinkommen würden,weil eben auch sie entweder
im Rolli sitzen undsich nicht selbst
arrangieren können.
Und da helfen wir mit oderhaben auch schon Fixe,
(15:38):
wo die Betreuten zu unskommen und wir dann einfach
gemütliche Sachen machen,basteln, Filme schauen,
Blödsinn machen. Also, sieaus dem Alltag herausreißen.
-Ganz prinzipiell, wenn ich dasso richtig zusammenfasse,
es bleibt demjeweiligen Freiwilligen,
dem Interessiertenüberlassen, wie viel Zeit
er quasi zur Verfügung stellt.
(16:00):
Aber gibt es, frage ichan Sie wieder, Herr Zeidler,
gibt es sonstigeGrundvoraussetzungen,
die man für freiwilligeArbeit in Wien erfüllen muss?
Also, weiß ich nicht,gibt es zum Beispiel jetzt
ein Mindestalter?
Muss man österreichischerStaatsbürger sein?
Muss man einfach einen freienLeumund haben? Gesund sein,
mobil sein, ein Auto habenoder sonstige Skills mitbringen?
(16:20):
-Das kommt immer auf denehrenamtlichen Job an und
auf dieehrenamtliche Organisation.
die das anbietet.
Selbstverständlich gibtes Organisationen oder
ehrenamtliche Tätigkeiten,die einfach gewisse
Voraussetzungenmit sich bringen.
Und auch das kannman hier sich ansehen,
freiwillig für Wien.
Es steht auch genau dabei,was man mitbringen muss.
(16:44):
Es gibt Jobs, wie zumBeispiel natürlich
Essensabholung.
Ist wahrscheinlich meistenshier ein B-Führerschein
so notwendig. Es gibt Jobs,wo man sagt, okay,
da wäre es toll, wenn du die unddie Sprache vielleicht kannst.
Oder handwerklichesGeschick vorhanden ist.
Also es kommt absolutauf die Tätigkeit an.
(17:09):
Und dementsprechend dannnatürlich die Bedingungen,
was man mitbringen muss.
-Aber zum BeispielStaatsbürgerschaft
ist keine Voraussetzung?
-Ich muss ehrlich sagen,mir fällt jetzt auf die
Schnelle kein einzigerJob ein, wo das
eine Voraussetzung ist.
-Okay. Jetzt haben wir dieganze Zeit über
Freiwillige gesprochen,die bei irgendwelchen
Einsatzorganisationen oderVereinen angedockt sind.
Aber gibt es auch ein Angebotfür Leute, die sich aufgrund
(17:32):
von aktuellen Ereignissenspontan sozial
engagieren wollen?
Das hatten wirin der Vergangenheit bei der
Flüchtlingskrise, das hattenwir bei der Ukraine-Hilfe.
Also für solchepunktuellen Einsätze,
gibt es da auch ein Angebot?
-Ja, also das istunsere sogenannte Soforthilfe.
Und die wird in nächster Zeitdann auch wieder online gehen.
(17:55):
Also wir sind ja geradein der Phase des Relaunch des
Produktes Freiwillig fürWien und somit auch
der Soforthilfe.
Und das ist schlichtwegein Angebot für
alle Wiener und Wienerinnen,die spontan helfen möchten.
Das heißt, wir haben alsBeispiel damals die
Flüchtlingskrise gehabt, 2015,wo viele spontan
zum Westbahnhof gefahrensind, um zu helfen.
(18:16):
Und es waren einfach dannzu viele Helferinnen vor Ort.
Und dann ist der Frust gestiegenin der Zivilbevölkerung.
Na ja, jetzt bin ich da,will helfen und ich werde
nicht gebraucht.
Und das haben wir dann erkanntund haben gemeinsam mit
vielen Kolleg*innen da wasentwickelt, dass man gesagt hat,
wenn wieder sowas eintritt,dann braucht es einfach
(18:38):
eine Möglichkeit,die Leute zu informieren.
Es sind so und so vieleHelfer*innen werden benötigt.
Und jetzt haben sieschon genügend gemeldet.
Vielen Dank für ihr Engagement,für ihre Bereitschaft.
Aber sie werden vor Ortderzeit nicht gebraucht.
-Da kann man auchwirklich ablesen,
was der aktuelle Bedarf ist.
(18:59):
-Genau.
Also die Idee dahinter ist,man registriert sich,
man gibt an, was würde mangerne in so einem
Fall machen. Vielleicht eineadministrative Tätigkeit
oder eine leichtekörperliche Tätigkeit
oder eine schwerekörperliche Tätigkeit.
Das kann man alles eingeben.
Und im Anlassfall wird mandann per SMS verständigt.
Hier sieht man, wannund wo man gebraucht wird.
(19:21):
Man kann dann Detailsvia Link, wenn man den Link
anklickt, bekommen.
Und da kann man sichdann auch anmelden
oder einfach dieTätigkeit ablehnen.
Was ist das Ziel dahinter?
Das Ziel ist dahinter,dass wenn ich sage,
wir brauchen 100 Leute,es geht eine SMS an die ersten
100 Leute, wirwarten ein paar Minuten,
was da für Rückmeldung istund dann gehen die
(19:42):
nächsten SMS raus,solange bis wir
den Grundstock von100 Personen erreicht haben.
Und 100 Personen zugesagt haben.
-Super System.
Es ist ja so mutmaßlich,wenn man sich freiwillig
engagiert, dass man ja nichtnur anderen was gibt und
hilft und unterstützt,sondern dass man ja auch
selber was zurückbekommt.
(20:05):
Können Sie uns da einbisschen was aus
der Praxis erzählen?
Frau Spindler, was war denn Ihrbester Moment als Freiwillige?
-Eigentlich jedes Mal,wenn ich bei meiner Klientin
bin und wir halt etwasunternehmen und gemeinsam
kochen, gemeinsam lachenund wenn ich dann wieder nach
Hause gehe, dieses Gefühl,ihr ein bisschen Lebensfreude
gegeben zu haben und einfachfür sie da gewesen zu sein,
(20:28):
das gibt auch mir vielund ich glaube,
das lässt mich auch selberals Person einfach
weiter wachsen.
-Und bei Ihnen, Herr Gierer?
-Da gibt es immer wiederso nette Momente.
Wir waren diesesJahr im Sommer auf einem
Lager mit unseren Betreutenund auch da sind wir bis spät
in die Nacht um das Lagerfeuerherum gesessen, haben noch jede
Menge Austro-Pop-Schlagergesungen und es war einfach
(20:49):
eine extrem nette Stimmungund alle haben sich gefreut.
Und das waren halt die Leute,die mit waren.
Ich war auch aus meinemAlltag heraus endlich und
so ist es den anderen auchgegangen und da einfach
einmal abschalten könnenund sich einfach
miteinander freuen. Oder wennwir auf Wallfahrten sind,
auch den Leuten zu ermöglichen,Sachen zu machen,
(21:09):
die sie sonst nicht schaffenund dann auch vielleicht
pflegenden Angehörigen einmaldie Last wegzunehmen und dann
sieht man sie auf einmalin einen Kaffee trinken
gehen und haben einfach Zeit,die sie sonst eben nicht
haben und da dieses helfenkönnen und aber auch dieses
Lächeln zurückzubekommen unddiesen Spaß zurückzubekommen,
das hilft sehr viel undbringt sehr viel.
-Das kommt jetzt in beidenAntworten schon durch,
(21:31):
das Lächeln, das Lachen,das Glücklichsein, also dass
man diese positiven Momentebeim Gegenüber wahrnimmt.
Es ist ja so, ihr beideseid da sehr engagiert,
das wissen aucheure Bekanntenkreis,
eure Freunde, eure Familie,vielleicht auch Nachbarn.
(21:52):
Seid ihr schon darauf,euer ehrenamtliches Engagement
angeredet worden?
Und wenn ja, was ratet ihrjemandem, der sich vielleicht
sogar selber sozialengagieren möchte?
Frau Spindler,fangen wir mit Ihnen an.
-Also ich wurde schonoft darauf angesprochen.
Viele haben dann gesagt,na ja, klar, Blindenverband
ist für dich das Richtige.
Aber was wäre für michdas Richtige?
(22:16):
Und meine Antwort ist immer,schau einfach rundherum und
versuch es einfach,weil es gibt so viel,
wo man helfen kann, da istfür jeden das Richtige dabei.
-Und hat sich schon dannjemand sozial engagiert?
-Ja, also ich habeschon zwei Freundinnen,
die heuer auf derFreiwilligen Messe waren
und jetzt gerade noch einbisschen beim Sondieren sind,
(22:37):
wo sie sich jetzt wiederfinden.
Aber das ist wirklich eineganz tolle Einrichtung
im Rathaus.
Also auch das kann ich jedemwirklich empfehlen.
Wenn er die Plattformvielleicht online
nicht nützen möchte,einfach persönlich
dorthin gehen, Gespräche führenmit jeder Organisation.
Erzählt ganz viel,was sie kann, was sie tut,
wie sie helfen möchte.
Und da ist sie sicher fürjeden das Richtige dabei.
(22:58):
-Also vielleichtauch für Leute, die jetzt
nicht so internetaffin sind.
-Ja, genau. Vielleichtauch Ältere. Die trotzdem mit
jemand anderemspazieren gehen möchten,
sich einfach hinsetzenmöchten, ein Buch gemeinsam
lesen oder vorlesen.
Es gibt ganz viel,was man tun kann.
-Also Sie sind schon,Sie haben den Schneeball-Effekt
schon angesetzt.
-Ja, versuche ich.
-Herr Gierer, machenSie Werbung sozusagen,
(23:20):
beziehungsweise sind Sieschon angesprochen worden?
Was sagen Sie?
-Ja, im Freundeskreisund Bekanntenkreis.
Wird man immer wieder daraufangesprochen und ich
kann es auch nur raten,dass die Leute,
wenn sie die Zeit haben,einfach diese Zeit
schenken können. Und ja,manche sind halt nicht für
den Rettungsdienst geschafft,weil das durchaus auch
anstrengend ist.
(23:42):
Und im Sozialdienst istes teilweise auch,
wenn man die Sorgender Menschen dann sieht,
vielleicht nicht so einfach.
Aber wie gesagt,das Angebot in Wien ist groß
und wenn die Plattform da ist,das ist eine tolle Möglichkeit,
die Freiwilligenmesseda einfach zu schauen
und seine Zeit auch,wirklich die Zeit zu schenken.
Und das ist das Schönste,was man schenken kann.
-Also der Bedarf in Wienist da und das
(24:02):
Angebot ist auch da. Man musses nur miteinander verbinden.
In dem Sinne, vielenDank fürs Gespräch.
-Danke sehr. Danke.
-Wir hörten einenPodcast der Stadt Wien.
Vielen Dank fürs Zuhören.