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November 28, 2025 27 mins

Österreichs Wirtschaft erholt sich langsam, aber doch. Die Zeichen in Wien stehen auf Wachstum. Mit Christine Oberdorfer spricht Bürgermeister Michael Ludwig über Schwerpunkte auf dem Arbeitsmarkt und Zukunftsbranchen. Und er erklärt, was das etwa für den Klimaschutz heißt. 

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Episode Transcript

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(00:11):
-Herzlich Willkommenbeim Stadt Wien Podcast.
Die wirtschaftlicheLage bewegt viele von uns.
Am Arbeitsmarkt, in denUnternehmen und im Alltag.
Christine Oberdorfer sprichtmit ihrem Gast darüber,
wo Wien steht, welcheZukunftsbereiche Hoffnung
machen und wie Wirtschaftund Klimaschutz

(00:32):
Hand in Hand gehen können.
-Die österreichischeWirtschaft erholt sich nach
rund zwei Jahrenlangsam, aber doch.
Unser Thema ist heute dieaktuelle wirtschaftliche
Entwicklung in Wien.
Schwerpunkte am Arbeitsmarkt,Zukunftsbranchen und was

(00:52):
das für Themen wie denKlimaschutz heißt.
Dazu begrüße ich BürgermeisterMichael Ludwig im Studio.
Danke fürs Kommen.
-Schönen gutenTag und grüß Gott.
-Zur Orientierung,wo stehen wir denn in Wien
auch im Vergleich zum RestÖsterreichs wirtschaftlich?
-Es hat in den letzten dreiJahren eine Rezession
in Österreich gegebenund Wien hat stark

(01:14):
dagegen gehalten.
Wir waren in den letztenzwei Jahren das
einzige Bundesland mit einemWirtschaftswachstum.
Aber natürlich spüren auchwir die Wirtschaftsentwicklung,
die verbunden ist mitgeringeren Ertragsanteilen,
die wir zugesprochen bekommenvon Seiten des Bundes.
Und von daher müssen auchwir Maßnahmen der

(01:34):
Konsolidierung setzen,so wie alle anderen
Gebietskörperschaften auch.
Wir haben allen für sich einegünstige Ausgangslage,
denn die Pro-Kopf-Verschuldungist im Bundesländervergleich,
ziemlich im Schnitt,denn man muss bedenken,
dass Wien Bundeslandund Gemeinde ist.
Also das heißt,wenn man einen ordentlichen
Vergleich zwischen denBundesländern herbeiführen
will, dann muss man immerauch die budgetäre Situation

(01:56):
der Gemeinden beim jeweiligenBundesland mit dazu rechnen.
Das ist in Wien eben identLand und Gemeinde.
Und von daher setzen wirgezielt im Rahmen der
Konsolidierung auf der einenSeite auf Maßnahmen
des Sparens, aberauch gleichzeitig
auf Wirtschaftsimpulse,denn wichtig ist auch,
die Wirtschaft wieder in Gangzu setzen und zu vermeiden,

(02:18):
dass das zarte Pflänzchen derKonjunkturentwicklung auch
durch Sparmaßnahmenabgewürgt wird.
-Sie sprechen ja auch immerwieder vom
Wirtschaftsmotor Wien.
Woran lässt sichdenn das festmachen?
-Das lässt sich amWirtschaftswachstum
festmachen. Also wir habenmehr als 120 Milliarden
Bruttoregionalprodukt, dassich auch weiterentwickelt.

(02:39):
Wir haben Höchststand beider Beschäftigung,
wenngleich auch wir merken,dass die Arbeitslosigkeit
steigt. Sie steigt geringerals im Österreichschnitt,
aber sie steigt auchbei uns in Wien.
Allerdings bei einemHöchststand von
940.000 Beschäftigten.
Und das hängt mit Sicherheitauch damit zusammen,
dass wir gezieltImpulse setzen in den
verschiedenstenWirtschaftsbereichen.
Dazu gehört der Tourismus.

(03:02):
Wir sind weltweit die Stadtmit den meisten Kongressen
und Konferenzen.
Mit insgesamt 6.600Firmentagungen und
Konferenzen haben wirandere Städte wie Barcelona
und Paris wieder überholt.
Und von daher setzen wir mitvielen Impulsen auch darauf,

(03:22):
den Tourismus zu stärken.
Aber zum Zweiten sind wir auchein starker Industriestandort.
Nicht mit rauchendenSchlotten, aber ganz stark
im Bereich Life Science,Biotechnologie und Pharmazie.
Alle großen internationalenpharmazeutischen
Unternehmungen haben entwederForschungs- oder
Produktionsstätten in Wien.
Und das sind zum Teil sehrboomende Bereiche

(03:44):
der Wirtschaft.
Und das fördern wirauch ganz gezielt.
Auch in der Kooperationzwischen der Stadt Wien
mit Wirtschaft,also Unternehmen,
Privatunternehmen,aber auch wissenschaftlichen
und universitärenEinrichtungen. Dazu haben wir
vor mehr als 20 Jahren schonden Wiener Wissenschafts-,
Forschungs- undTechnologiefonds WWTF

(04:06):
gegründet, um mit Callsauch Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlerzu unterstützen, zu fördern.
Und das ist fürviele auch internationale
Unternehmungen attraktiv,gemeinsam mit Universitäten
zusammenzuarbeiten.
-Sie haben den Tourismusgenannt als Stärkefeld
und Life Science.
Was sind denn weitereStärken von Wien

(04:28):
als Wirtschaftsstandort?
-Ja, das sind neben denProduktionsbereichen vor allem
Dienstleistungsunternehmenund überall dort,
wo auch sehr vielKnow-how erforderlich ist.
Dazu gehören ebenBildungseinrichtungen
wie Universitäten.
Wir haben rund 200.000Studierende mit
neun Universitäten,sechs Privatuniversitäten,

(04:49):
fünf Fachhochschulen sindwir der wichtigste
Universitätsstandortim deutschsprachigen Raum.
Und von daher nutzen wir dasgezielt, um beispielsweise
auch in innovativenWirtschaftsbereichen wie
all das, was sich auch mitMaßnahmen gegen
den Klimawandel richtet,tätig zu sein.
Hier gibt es auch eine sehrgute Zusammenarbeit mit der

(05:11):
Wirtschaftskammer Wien,wo wir regelmäßig auch
einen Green Economy Reportpräsentieren,
wo Unternehmen zeigen,wie sehr es möglich ist,
Wirtschaft und Ökologiein Verbindung zu bringen.
-Sie haben geradedie Universitäten genannt.
Die Uni Wien ist jetzt unterden 100 besten Universitäten
der Welt gereiht.
Wie wichtig ist denn dasfür eine Stadt wie Wien?

(05:32):
-Ja, das ist sehr wichtig,dass wir bedeutende
Bildungsinstitutionen haben,die auch attraktiv sind für
internationale Forscherinnenund Forscher, die
gerne nach Wien kommen,weil die Lebensqualität
hier eine sehr gute ist undauch die Bedingungen
an einer Universität,an einer Fachhochschule oder
an einem Wissenschaftsbetriebtätig zu sein.

(05:53):
Und von daher ist es geradefür innovative
Unternehmen wichtig,auch Fachkräfte zu haben,
die mit einer entsprechendenAusbildung hier
auch innovative Schrittein der Wirtschaft ermöglichen.
-Wir haben jetztgesprochen von den
Stärkefeldern der Wirtschaft.
Wo muss denn Wiennoch stärker werden?
Wo gibt es da noch viel zu tun?

(06:13):
-Ja, wir setzenganz stark darauf,
dass wir unsere hohe Kompetenz,die wir im Bereich
der Daseinsvorsorge haben,weiter ausbauen. Wir sind
in Österreich im Spitzenfeld,was Photovoltaik betrifft.
Da sind wir mittlerweile derstärkste Anbieter
von Sonnenstrom,der drittstärkste Anbieter,
was Windkraft betrifft.

(06:35):
Auch deshalb, weil wir jetztein privates Unternehmen
zugekauft haben,um Möglichkeiten zu haben,
in diesem Bereich auszubauen.
Wir sind stark im BereichGeothermie, aber
auch Großwärmepumpen.
Und das sind Technologien,die es uns ermöglichen,
dass wir unsere großen Vorhaben,nämlich 2040 klimaneutral
zu sein, erreichen.

(06:58):
Und dass wir das großeProjekt Raus aus Gas auch
im entsprechendenZeitplan realisieren.
Das heißt, dass wirunabhängig sind von Gas und
umweltschädlichen Substanzenund ganz stark in alternative
Energieformen investieren.
-Stichwort Klimaschutz.
Hält denn oder halten denn dieKlimaziele, die

(07:18):
die Wien sich gesetzt hat,angesichts auch
der Einsparungsmaßnahmen?
-Ja, wir haben ja schon seitlanger Zeit ein
Klimaschutzprogrammder Stadt Wien,
an dem wir sehr konsequentarbeiten, seit über 20 Jahren.
Das auch dazu geführt hat,dass die CO2-Emissionen
pro Kopf halb so hoch sind,wie im Österreichschnitt.
Und wir haben uns mit demKlimafahrplan auch

(07:39):
vorgenommen, dass wirdas Klimagesetz,
das wir als einzigesBundesland beschlossen haben,
das auch nicht vom Bund bisjetzt beschlossen werden
konnte, dass wir diesen Wegkonsequent voranschreiten und
mit dem Klimafahrplan aucheine Möglichkeit haben
zu überprüfen,auch die Bevölkerung die
Möglichkeit hat zu überprüfen,ob wir die politischen
Vorgaben auch einlösen.

(08:03):
-Wien liegt ja seitvielen Jahren ganz
an der Spitze derverschiedensten
Lebensqualitätsrankings.
Wie sehr trägt denn dieseLebensqualität auch zur
wirtschaftlichen Stärke bei?
Und wie werden wir dennwieder Nummer 1?
-Ja, erfreulicherweise sindwir in vielen internationalen
Rankings an der Spitze gereiht.

(08:23):
Zuletzt auch in dreiverschiedenen,
immer an den erstenPlatz gereiht.
Ich habe gesagt, das istschon mittlerweile so Usus,
dass es nur mehrfür die Medien attraktiv ist,
wenn wirmal am zweiten Platz sind.
Also von daher ist daskeine Selbstverständlichkeit,
sondern Ergebnis einer sehrkonsequenten Politik und
auch dem Fleiß derWienerinnen und Wiener und
zeigt, dass wir hier auch mitprivaten Unternehmen genauso

(08:46):
wie mit öffentlichenEinrichtungen im besten
Einvernehmen sind.
Und für die internationalenBetriebsansiedlungen ist die
Lebensqualität einwichtiges Asset. Neben den
Hard Facts ist gerade das,was im sozialen Bereich ist,
also egal, ob dasBildungseinrichtungen sind,
aber auch Wohnverhältnisse,auch für viele
Entscheidungsträgerin internationalen

(09:08):
Unternehmungen wichtig undentscheiden sich
deshalb sehr gerne für Wien.
Pro Jahr sind mehr als 200internationale Unternehmen
in Wien angesiedelt. Dasin regelmäßiger Reihenfolge.
Also von daher geheich davon aus, dass wir diesen
hohen Standard auchweiter aufrechterhalten.
-Ganz Österreich muss sparen.
Wir haben schondrüber gesprochen.

(09:31):
Und Wien geht da auch miteinem guten Beispiel voran.
Wie haben Sie denn dieSchwerpunkte für die aktuellen
Maßnahmen gesetzt?
Welche Überlegungenstehen denn da dahinter?
-Wir haben uns vorgenommen,dass wir schon in diesem Jahr
500 Millionen Euro einsparen.
Das werden wirauch im nächsten Jahr tun.
Und so wie derKonsolidierungsbedarf

(09:53):
errechnet ist,gehen wir davon aus,
dass die Hälfte des gesamtenKonsolidierungsaufwandes der
Bundesländer von Wien kommt.
Also wir haben da ein sehrkonsequentes
Sparprogramm kombiniert,aber auch mit Impulsen der
Wirtschaft und damit verbundenEinnahmen, die wir über eine
gut funktionierende Wirtschaftauch wieder für die Stadt Wien,

(10:15):
aber auch natürlich fürden Bund, so kreieren können.
-Konkret zu den Maßnahmen.
Wie überlegt man sich das?
Wie kannman sich das vorstellen?
Wie überlegt sich eine Stadt?
Wo kann ich einsparen?
Wo muss ich Geld ausgeben?
Wie investiere ich weiter?
-Es sind alleRessortbereiche aufgerufen,
in ihrem Wirkungsumfeldzu schauen, welche

(10:37):
Möglichkeiten bestehen.
Generell kann man sagen,die Betroffenen haben nie
eine Freude damit.
Egal welche Maßnahmen mansetzt, da stößt man natürlich
auf wenig Begeisterung.
Aber in Summe gesehenist es wichtig,
dass man auch fürdie Zukunft sicherstellt,
dass es wirtschaftlicheBewegungsmöglichkeiten gibt.
Das Schlimmste ist,dass man in ökonomische

(10:57):
Abhängigkeiten gerät.
Und das wollen wir vermeiden.
Diese Gefahr besteht auchnicht für Wien.
Aber man muss Vorkehrungentreffen, dass eine solche
Situation nicht eintritt.
-Sie haben die letzteBundesregierung ja immer
wieder wegen derfehlenden Maßnahmen gegen die
Inflation kritisiert.
Wie hält denn Wien da dagegen?
-Naja, es war meinesErachtens ein schwerer Fehler

(11:19):
der letzten Bundesregierung,nicht eingegriffen zu haben
in die starksteigende Inflation.
Das hat ja auch dazu geführt,dass wir im Vergleich der
EU-Länder die höchsteInflation gehabt haben.
Mit negativen Auswirkungenauf Haushalte, aber auch auf
den Wirtschaftsstandort.
Weil natürlich dieWettbewerbsfähigkeit
darunter leidet.
Und es sind Maßnahmenim Steuerrecht gesetzt worden

(11:42):
von der letzten Bundesregierung,die gravierende,
nämlich negative Auswirkungenauf alle Gebietskörperschaften
gehabt hat. Weil es ebenkeine Gegenfinanzierung zum
Beispiel bei der Abschaffungder kalten Progression
gegeben hat. Alleine dieseMaßnahme kostet die Stadt Wien
in dieser Legislaturperiodeeine Milliarde Euro.

(12:04):
Nur damit man sich auch dieDimensionen vor
Augen führen kann.
Und von daher ist dieseKritik an der Bundesregierung,
wie ich meine,berechtigt gewesen.
Und es müssen die jetzigenEntscheidungsträger Maßnahmen
setzen, das zu kompensieren.
Eine der Maßnahmen,die wir in Wien gesetzt haben,
war der Umstand,dass wir zwei Jahre hindurch
die Miete bei Gemeindewohnungennicht erhöht haben.

(12:25):
Erfreulicherweise hatder Bund versucht, hier
ähnliche Maßnahmen zu setzen.
Aber auch da istWien vorangegangen.
-Zum Thema Arbeitsmarkt.
Sie setzen ja vor allemMaßnahmen für Gruppen,
die es im Job ein bisschenschwerer haben,
für Frauen zum Beispiel.
Jetzt gibtes die Frauenstiftung.

(12:45):
Gibt es da schon ersteErgebnisse, erste Erfolge?
-Ja, erfreulicherweise habensich ja Frauen schon gemeldet,
schon wie wir dieseFrauenarbeitsstiftung
angekündigt haben. Ziel ist,Frauen zu erreichen,
die im ersten Ausbildungswegkeine entsprechende
Qualifikationerwerben konnten. Und es sind
vor allem auch Frauen,die oft unter schwierigen

(13:07):
Rahmenbedingungen beruflichtätig sein wollen oder sich
weiterbilden wollen, um eineandere Funktion zu erreichen.
Es sind vieleAlleinerzieherinnen.
Und das ist auch Ziel diesesFrauenförderprogramm und
dieser Stiftung, dass manjunge Frauen unterstützt,
um sich auch weiterzu qualifizieren.
Und damit auch dieMöglichkeit haben,
besser zu verdienen undsich auch stärker in der

(13:29):
Gesellschaft durchzusetzen.
-Am Arbeitsmarkt Jugendlicheund Menschen 50 plus sind
ja auch so eineverstärkte Zielgruppe.
Was wird da getan?
-Ja, wir haben ja in Wienein einmaliges Instrument,
den sogenannten WAFF,den Wiener Arbeitnehmerinnen-
und Arbeitnehmerförderungsfonds,der jetzt ja auch Jubiläum
feiert und auch schon in denletzten Jahren gezielt

(13:51):
Personengruppen unterstützt hat,die Schwierigkeiten
am Arbeitsmarkt haben.
Also zum Beispiel die ältereGeneration am Arbeitsmarkt,
aber auch Frauen,die wieder ins Berufsleben,
zum Beispiel nach einerKarenz, einsteigen wollen.
Und jetzt wenden wir unsganz stark zu auch jungen
Menschen am Arbeitsmarkt.

(14:13):
Wir haben vor,dass wir 1.000 junge Menschen
zusätzlich qualifizieren,auch mit Förderung für
die Unternehmen, die diesejungen Menschen einstellen.
Ziel ist all jene,die länger als sechs Monate
arbeitslos sind, in einenJob zu bringen. Das wären,
wenn uns das gelingt, alle,die in einer solchen

(14:34):
Situation sind.
Und wir sind bereit,hier einige Monate
den Unternehmendie Lohnnebenkosten zu einem
großen Teil zu finanzieren,um damit auch einen Anreiz
zu schaffen, diese jungenMenschen ins Berufsleben
zu integrieren. Und ichbin sehr zuversichtlich,
dass das ein wichtigerImpuls sein wird, junge Menschen
verstärkt auch in denArbeitsmarkt einzubeziehen.

(14:57):
-Zurück zu den wirtschaftlichenSchwerpunkten.
Die Medienbranche istja auch stark unter Druck.
Gleichzeitig werdenzuverlässige Informationen
ja auch immer wichtiger.
Es gibt die WienerMedieninitiative.
Was ist das denn?
-Sie haben recht,die Arbeitssituation für
journalistischtätige Menschen wird
immer schwieriger.
In den letzten 20 Jahren sindinsgesamt 2.000

(15:19):
journalistische Arbeitsplätzeverloren gegangen.
Alle Medienhäuser sind untereinem starken
ökonomischen Druck.
Und wenn man davon ausgeht,dass der Journalismus die
vierte Säule in derGesellschaft ist,
neben Legislative,Exekutive und Judikative,
ist es bedeutsam,auch aus demokratiepolitischen

(15:42):
Überlegungen heraus, dieMedienwelt zu unterstützen,
auch finanziellzu unterstützen. Wir haben das
in Wien schon seit2018 gemacht mit
der Medieninitiative.
Wo es darum gegangen ist,vor allem innovative
Projekte zu unterstützen.
Und auch Maßnahmenin den Medienhäusern,
die sicherstellen,dass es zusätzliche

(16:03):
Arbeitsplätze gibt.
Wir haben auch einenFrauenbonus eingerichtet,
dass Frauenin journalistischen Berufen
besonders unterstützt werden.
Und von daher geheich davon aus, dass wir diese
Medieninitiative mit demnächsten Call, der
rund 600.000 Euro ausmacht,einen wichtigen Impuls geben.
Und damit auch sicherstellen,dass der Medienstandort

(16:23):
Wien zumindest im Rahmenunserer Möglichkeiten
unterstützt werden kann.
-Ein Thema ist auch immerwieder der lokale Handel.
Der schwächelt ja auch,ist sehr unter Druck durch
den Onlinehandel.
Das hat natürlich auchAuswirkungen auf tausende
Arbeitsplätze in Wien.
Was tut die Stadt denn da,um die regionalen

(16:44):
Händler*innen zu stärken?
-Also zum einen istes wichtig, dass wir auch
in Kooperation mitder Wirtschaftskammer Wien
Geschäftsstraßenbeispielsweise unterstützen.
Wir haben jetzt,gerade wenn es um die
Weihnachtsbeleuchtung geht,auch die Möglichkeit
deutlich zu machen,dass es schon ein besonderes
Ambiente in unserer Stadtgibt und dass der
stationäre Handelin Kombination mit der

(17:05):
Gastronomie gerade jetzt auchin der Vorweihnachtszeit eine
gute Gelegenheit bietet,Einkäufe zu tätigen.
Und Sie haben recht,der Internethandel,
insbesondere vonjenen Ländern, die hier ganz
stark in den Markt drängen,führt dazu, dass
der stationäre Handel leidet.
Und es ist zum Teil einedeshalb ungerechte Konkurrenz,

(17:29):
weil hier mit anderenRahmenbedingungen
gearbeitet wird.
Es sind zum Teil Produkte,die nicht dem
Konsumentenschutz entsprechen,auch nicht der Qualität,
die wir sonst gewohnt sind.
Und von daher haben wirsehr viel Druck gemacht,
auch auf Ebeneder Europäischen Union,
dass die Zollwertgrenzenabgeschafft werden.
Denn bis jetzt war es so,dass auch durch Stückgelungen

(17:49):
viele Pakete nach Wien undnach Österreich gekommen sind,
um eben diese Zollwertgrenzennicht zu überschreiten.
Und von daher ist es gut,wenn die Europäische Union
hier festgelegt hat,und da war unser Druck sicher
mit verantwortlich, dasshier diese Zollwertgrenzen
abgeschafft werden und dasshier mehr Gerechtigkeit,

(18:11):
auch im Vergleich zwischenInternethandel und stationären
Handel einkehrt.
Aber wichtig ist zu betonen,der stationäre
Handel bietet Möglichkeiten,die diese internationalen
Plattformen nicht bieten,nämlich gute Beratung,
gute Qualität,auch die Möglichkeit
beispielsweise umzutauschenund auch ein Gegenüber
zu haben, mit dem man auchnach dem Handel

(18:31):
noch in Kontakt treten kann.
-Wenn wir uns die Wirtschaftjetzt ein bisschen im größeren
Zusammenhang anschauen,von Arbeitgeber*innen,
Arbeitnehmer*innen,Wirtschaft und Soziales,
Wachstum und Umwelt,sind das aus Ihrer Sicht
tatsächlichgegensätzliche Interessen,
die da aufeinanderprallen?

(18:52):
-Nein, sehe ich überhaupt nicht.
Ich bin ein großer Verfechterder Sozialpartnerschaft und
gerade auch die Lohn- undGehaltsverhandlungen der
letzten Wochen haben gezeigt,dass die Sozialpartner hier
immer gemeinsameLösungen finden,
dass hier auch dieGewerkschaften sehr
verantwortungsvoll agieren,nicht nur aus
Standes-politischenÜberlegungen, sondern immer

(19:14):
auch das Ganze im Auge haben.
Von daher war dieSozialpartnerschaft
immer auch mit ein Garantfür die positive Entwicklung
der Zweiten Republik.
Ich verstehe auch, dassviele andere Länder dieses
Modell kopieren wollen,weil es eben sehr erfolgreiche
Wirtschaftsdatenmit sich bringt. Ich denke,

(19:35):
Sozialpartnerschaft wird auchin Zukunft eine Rolle
spielen und diesenAntagonismus und
unterschiedliche Interessen,die es natürlich immer gibt,
auf eine vernünftige Artund Weise zu einem
Ausgleich bringt.
-Wie sehen Sie dasmit Wirtschaft, Wirtschaft-
und Klimaschutzthemen?
Wie hängen die zusammen?
-Ich sehe eine großeChance für den
Wirtschaftsstandort Wien,nämlich zu zeigen,
dass es Unternehmen gibt,die in Kooperation

(19:57):
mit der Stadt Wien zeigen,dass Maßnahmen gegen den
Klimawandel auchwirtschaftlichen
Erfolg bringen kann.
Also wir haben beispielsweisemit dem Modell der
Großwärmepumpen,wo wir alternative
Energieformen nutzen,und auch ökologisch sehr
saubere Energie herstellen,international großes
Interesse ausgelöst.
Also wir können da auchVisitkarte sein

(20:20):
im internationalenWirtschaftsbetrieb
und zeigen, dass es auch vieleUnternehmen, Firmen gibt
aus Wien, aus Österreich.
Die mit dieserTechnologie reüssieren können.
Das gilt auch für vieleandere Produkte,
die hergestellt werden.
Und noch einmal möchte ichauch den Green
Economy Report erwähnen,den die Wirtschaftskammer

(20:41):
gemeinsam mit der Stadt Wienherausbringt und zeigt,
dass wir sehr innovativeFirmen haben, die gerade
in diesem Bereich sehrerfolgreich tätig sind und
Arbeitsplätze schaffen undwirtschaftlichen
Erfolg lukrieren.
-Wenn wir in dieZukunft schauen,
was sind denn diezukünftigen Stärkefelder,
wo Wien sich wirtschaftlichmehr engagieren wird?

(21:04):
-Es ist mit Sicherheitim Bereich des
Kongresstourismus,da sind wir schon sehr gut,
das wollen wir weiter ausbauen.
Das ist ja der Grund,dass wir auch die
Infrastruktur weiterausbauen, auch die
verkehrstechnischeInfrastruktur.
Der Flughafen Wien-Schwechatist eine Erfolgsgeschichte.
Wir haben mit demHauptbahnhof neue Möglichkeiten,
an den transeuropäischenNetzen tätig zu sein.

(21:24):
Wir werden jetzt denSpatenstich in den nächsten
Tagen durchführen für deninternationalen Bus-Terminal.
Und wir haben einsehr erfolgreiches
Tourismusjahr hinter uns.
Bereits in den nächstenIn der Halbzeit haben wir 8,8
Millionen Besucherinnen undBesucher in Wien gehabt.

(21:45):
Das heißt, das wird mitgroßer Wahrscheinlichkeit
ein neues Rekordjahr 2025.
Und wir konzentrierenuns da ganz stark
im Bereich Tourismusauf Kongress- und
Konferenztourismus,auf qualitätsvollen Tourismus.
Und erfreulicherweise habenwir die Hotelkapazitäten
auch im 4- und5-Sterne-Bereich ausgebaut.
Und das lukriert auch Umsatz,nicht nur für die

(22:09):
Touristikbranche,sondern für die Gastronomie,
den Handel, füralle Teile der Wirtschaft.
Das Zweite ist,dass wir gezielt auch in
Betriebsansiedlungen,auch im Industriebereich
Tätigkeit setzen.
Da ist die Wirtschaftsagentursehr engagiert unterwegs.
Wir haben pro Jahr mehr als200 internationale
Unternehmen, die sichin Wien ansiedeln.
Und das Dritte sind sicher dieProduktionsfelder,

(22:32):
die im Bereich Klimaschutzrelevante Maßnahmen sind.
Also hier zeigen wir,dass Ökologie und Ökonomie
in sehr guter Art und Weisezu verbinden sind und auch
zum Vorteil desWirtschaftsstandortes
und der Umwelt.
-Wenn wir nochmalzurückkommen zu den Jobs.

(22:53):
Welchen Rat geben Sie dennjungen Menschen für ihre
berufliche Zukunft?
Jetzt nicht nur alsBürgermeister,
sondern vielleicht auchganz persönlich aus
Ihrer Sicht und ausIhrer Erfahrung.
-Immer eine Ausbildungabschließen und immer sich
dort engagieren,wo man auch die eigenen
Stärkefelder sieht.
In der derzeitigen Situationbrauchen wir Fachkräfte
in ziemlich allen Branchen.

(23:15):
Egal ob das Pädagogik ist,ob das Pflege ist,
ob das im Bereich Industrieund Gewerbe ist,
ob das in Dienstleistungenist. Also von daher sollte
man immer die eigenenStärkefelder sondieren und
sich dort engagierenund ganz wichtig,
immer eine Berufsausbildungabschließen, egal welche.
Und wir haben einbreites Angebot.

(23:35):
Vom dualen Ausbildungssystem.
Wir werden jetzt die größteund attraktivste Schule
Österreichs errichtenin der Seestadt Aspern.
Es wird eine Berufsschulesein, um zu zeigen, dass die
duale Ausbildung für uns ganz,ganz wichtig ist. Die Lehre
hat Zukunft in allen Branchen.
Das wollen wirauch damit zeigen.

(23:56):
Wir haben als erstesBundesland und lange Zeit
einziges Bundeslandden kostenfreien Kindergarten
eingeführt, 2020 diekostenfreie Ganztagsschule.
Das wollen wir fortsetzen,auch mit dem besonderen Modell
der Campus-Schulen,weil wir der Überzeugung sind,
Bildung und Qualifizierungist wichtig für die Arbeitswelt,
aber auch für jeden Einzelnenin unserer Gesellschaft.

(24:18):
Und die Universitäten.
Schon erwähnt,neun Universitäten,
sechs Privatuniversitäten,fünf Fachhochschulen sind
eine Möglichkeit,dass wir insgesamt 200.000
Studierende in Wien betreuen.
Das sind zehn Prozent dergesamten Bevölkerung.
Wir sind damit auch derwichtigste Universitätsstandort

(24:40):
im deutschsprachigen Raum.
Das bedeutet, auch alle großenUnternehmen, aber auch
Klein- und Mittelbetriebehaben ein sehr
umfassendes Angebotan qualifizierten Fachkräften.
-Aus Ihrer persönlichen Sicht?
-Ja, ich denke,dass es vor allem
im Dienstleistungsbereichsehr attraktive Aufgaben gibt.
In der Pädagogik beispielsweise,in der Elementarpädagogik,
also im Kindergartengenauso wie im Schulbereich.

(25:02):
Und erfreulicherweise istes uns gelungen,
durch besondere Maßnahmen dasBerufsfeld der
Pflege zu attraktivieren.
Wir haben ja ein WienerPflegegeld auf den
Weg gebracht, dasdazu geführt hat,
dass wir doppeltso viele Ausbildungsplätze
auch besetzen konnten.
Also wir haben mehr Menschen,die sich dafür interessieren,

(25:23):
als wir derzeitaufnehmen können.
Wir haben in derFachhochschule Campus Wien,
auch als Stadt Wienfinanzierte Möglichkeiten
geschaffen, einen Zubau mitneuen Ausbildungsplätzen
zu realisieren und werdenin den nächsten Jahren 16.000
qualifizierte Pflegekräftein Ausbildung bringen und

(25:43):
damit dann auch in den Sozial-und Pflegebereich bringen.
Und es ist schön zu sehen,ich habe ja bei einigen
dieser Lehrgängeauch mit dabei sein dürfen,
mit welcher Begeisterungauch junge Menschen
diese ganz wichtigenAufgabenfelder
in Angriff nehmen.
-Begeisterung als Schlüsselwort,wenn es um Ausbildung geht.

(26:07):
-Ja, Ausbildung ist ganzwichtig und wie gesagt,
wir haben ja durchaus auchjunge Menschen,
die ihre Ausbildung nichtabschließen und von daher
ist für uns wichtig,dass wir auch im zweiten
Bildungsweg im Rahmen deslebensbegleitenden Lernen
zusätzliche Qualifikationenvermitteln und man merkt,
dass man dann mit einemSchlag ganz neue
Möglichkeiten hat.

(26:28):
-Danke, Herr Bürgermeister,danke für Ihre Erklärungen,
für Ihre Ausführungen.
-Danke Ihnen für die Einladung.
-Danke für den Besuch.

(26:53):
-Zu Gast bei ChristineOberdorfer war Bürgermeister
Michael Ludwig.
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